BestiariumKaktus

Kaktus

Kaktus

ungewöhnlich
Wüste
Eine langsam kriechende, mit Stacheln bedeckte Echse. Sie kann Wasser in ihrem hohlen Körper speichern und ist dafür bekannt, Forscher in Notlagen gerettet zu haben.
Auf den ersten Blick wirkt das Kaktus wie ein ganz normales Stückchen widerstandsfähiger Wüstenflora – bis es sich bewegt. Dieses merkwürdige, langsam kriechende Wesen hat sich zu einem der ungewöhnlichsten Verbündeten der Wüste entwickelt. Bedeckt mit dicken, kaktusartigen Stacheln und mit einer rauen, rindenartigen Haut, verschmilzt das Kaktus fast perfekt mit seiner Umgebung. Oft verbringt es Stunden – manchmal Tage – völlig regungslos, sonnt sich in der gleißenden Sonne und sammelt wertvolle Feuchtigkeit aus der Luft. Unter dieser stacheligen Hülle verbirgt sich sein bemerkenswertestes Merkmal: ein hohler, wasserspeichernder Körper. Wie ein wandelnder Wasserspeicher nimmt das Kaktus bei seltenen Regenfällen oder Morgentau Wasser auf und speichert es sicher in seinem Inneren. Dadurch kann es lange Zeit ohne externe Wasserquellen überleben – und gelegentlich sein Wasser mit anderen teilen. Es gibt unzählige Geschichten von Reisenden, die in ihren letzten Stunden auf ein Kaktus stießen und durch dessen unerwartete Großzügigkeit gerettet wurden. Wenn man sich ihm ruhig und ohne Aggression nähert, gewährt das Wesen vorsichtigen Zugang zu seinem gespeicherten Wasser, oft durch kleine natürliche Öffnungen zwischen seinen Stacheln. Ob dieses Verhalten instinktiv oder bewusst ist, ist unklar, aber viele verdanken ihm ihr Leben. Das Kaktus ist jedoch nicht wehrlos. Seine Stacheln sind scharf und können sich bei Gefahr lösen und sich schmerzhaft in Raubtiere oder unvorsichtige Abenteurer bohren. Es bewegt sich langsam, aber mit überraschender Entschlossenheit, wenn es gestört wird, und sein schwerer Körper macht es schwierig, es zu vertreiben, sobald es sich einmal entschieden hat, standzuhalten. Trotz seines etwas seltsamen Aussehens hat das Kaktus ein sanftes, fast geduldiges Wesen. Es scheint von den meisten Wüstenbewohnern unbeeindruckt zu sein und gerät nur selten in Konflikte, außer wenn es dazu gezwungen wird. Manche Wüstenbewohner legen sogar lose „Wege“ an, auf denen Kaktuss bekanntermaßen umherstreifen, und nutzen diese als natürliche Orientierungspunkte zum Überleben. In einer Gegend, in der die Wüste wenig gibt und viel nimmt, erinnert das Kaktus still daran, dass selbst die unwirtlichsten Umgebungen unerwartete Freundlichkeit bergen können.